Konzeptentwurf "Integrative Schulung"

Das Bundesgesetz vom Jahr 2002 über die Beseitigung von Benachteiligungen von Men­schen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz) und das vom Baselbieter Souverän am 26. September 2010 angenommene EDK-Konkordat Sonderpädagogik verpflichten den Kanton, die Integration behinderter Kinder und Jugendlicher in die Regelschule zu fördern und die Struktur der Speziellen Förderung und der Sonderschulung anzupassen. 

Im vorliegenden Konzeptentwurf „Integrative Schulung“ wird die Angebots-, Zuweisungs- und Ressourcenstruktur der Speziellen Förderung (Förderangebote) und der Verstärkten Massnahmen (Schulung in Kleinklassen, Sonderschulen, Spezialangeboten) dargelegt. Ebenfalls werden die notwendigen Steuerungsmechanismen und die damit verbundenen strukturellen und gesetzlichen Änderungen sowie die finanziellen Konsequenzen aufgezeigt. Das Konzept ist Grundlage für die Landratsvorlage „Integrative Schulung“.  

Neuausrichtung der Speziellen Förderung 

Das Amt für Volksschulen (AVS) des Kantons Basel-Landschaft hat das Institut für Schule und Heterogenität der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ) beauftragt, die aktuelle Situation und Praxis der Speziellen Förderung zu untersuchen sowie Entscheidungsgrundlagen im Sinne möglicher Entwicklungslinien zur Neuausrichtung der Speziellen Förderung darzulegen. 

Der Zwischenbericht der PHZ ist in vier Echoräumen durch die Projektleiterin interessierten Lehrpersonen und Schulleitungen präsentiert worden. An diesen Echoräumen hatten die Beteiligten nochmals die Möglichkeit, sich zur Ausrichtung und Ausgestaltung der Speziellen Förderung zu äussern.  

Der Schlussbericht liegt vor. Er zeigt Handlungsbedarf bei der Strukturierung der Förderangebote, der Zuweisungspraxis zu den einzelnen Angeboten, der Festlegung und Steuerung der Ressourcen sowie der Qualifikation von Lehrpersonen für den Umgang mit heterogenen Lerngruppen auf. Er ist Arbeits- und Entscheidungsgrundlage zur konzeptionellen Überarbeitung und Neustrukturierung der Speziellen Förderung.  

Konzept Integrative Sonderschulung (InSo) für Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung in Regelschulen 

Das Konzept ist in einer Arbeitsgruppe aus Vertretungen von Schulleitungen der Regel- und der Sonderschule, des Schulpsychologischen Dienstes und des Amts für Volksschulen erarbeitet worden. Dabei hat eine Projektgruppe in der Funktion einer Echogruppe die Arbeitsergebnisse fortlaufend kritisch gelesen und praxisreflektierte Rückmeldungen gegeben. Diese Projektgruppe umfasste in wechselnder Zusammensetzung jeweils 10-15 Personen aus Schulbehörden, Schulleitungen, Lehrpersonenteams und Elternschaft. 

Das Konzept Integrative Sonderschulung (InSo) für Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung in Regelschulen bildet die Basis für die Umsetzung der Integrativen Sonder­schulung ab Schuljahr 2010/11. Es klärt die bereits bestehenden Angebote zur Unterstüt­zung von Schülerinnen und Schülern mit einer Behinderung in der Regelschule und löst die beiden bisherigen Konzepte „Einzelintegration“ und „Integrationsklasse“ ab. Es findet durchgehend für alle Volksschulstufen Anwendung. 

Materialien und Links zur integrativen Sonderschulung